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15.9.11 | 14.00-16.30 Uhr | Messe Basel

Energieeffizienz durch Gebäudevernetzung

Eine der herausragenden Veränderung in der Planung und Realisierung von modernen Zweckbauten ist die zunehmende Vernetzung der technischen Gebäudeausrüstung. Vor gut 100 Zuhörern hob Markus Weber, Präsident der Schweizerischen Fachgesellschaft für Haustechnik und Energie im Bauwesen SIA FHE hervor, dass man ein Gebäude als ganzheitliches System verstehen und die Gesamtbetrachtung über die Betrachtung der einzelnen Disziplinen stellen muss. Optimale Lösungen entstehen im Dialog der verschiedenen Disziplinen, dazu muss dem technischen Fachkoordinator eine starke Stellung eingeräumt werden.

Beispiel 1: SIEMENS-Forschungscenter Steinhausen ZG

Dr. Jürgen Baumann, Product Manager bei SIEMENS Schweiz AG stellte das Corporate Environment Office, das Forschungszentrum zur Gebäudeautomation in Steinhausen ZG vor. Hier wurden ab 2007 so genannte Green Building Monitors zur Energieüberwachung eingebaut und die Raumtemperatur fortan automatisch geregelt. So konnte der Stromverbrauch um fast 16%, der Wärmeverbrauch um fast 49% und der CO2-Ausstoss um fast 50% reduziert werden. Weiteres Verbesserungspotenzial sei noch vorhanden, so Baumann.

Beispiel 2: Deutsche Bank-Hauptsitz Frankfurt

Harald Störk, Geschäftsführer der Leicom AG referierte über den von 2007 bis 2010 sanierten Deutsche Bank-Hauptsitz in Frankfurt am Main. Bei den beiden gut 150 Meter hohen Bürotürmen setzte man auf eine Mischung aus energieeffizienter Aussenfassade, Warmwasser durch Solarenergie und den sogenannten Freecooling Betrieb, also die Wegleitung der überschüssigen Wärme aus dem Gebäude in den Untergrund.

Beispiel 3: «Wetterfrosch» im Messeturm Basel

Beim Messeturm Basel baute man ab Ende 2008 ähnlich wie auch bei der Deutschen Bank auf eine prognoseorientierte Regelung des Raumklimas, so Dr. Felix Gassmann, CEO von Sauter Building Control Schweiz AG. Dieser Regelungsprozess ermöglicht eine «vorausschauende» Heizung bzw. Kühlung des Gebäudes anhand aktueller lokaler Wetterdaten. Auch habe sich das Gespür für die Eigenheiten der im Gebäude eingebauten thermoaktiven Baukernelementen, also der Betonkernaktivierung, ebenfalls positiv auf die Reduzierung des Energieverbrauches ausgewirkt. Alleine durch den Einbezug dieser zusätzlichen Informationsquelle (Wetter) konnten beim Kühlen 31% und beim Heizen 18% der Energie eingespart werden.

Alle drei Referenten kamen in der nachfolgenden Diskussion mit dem Publikum zum Schluss, dass man durch Gebäudeautomation einen wesentlichen Beitrag zur Energieeffizienz und CO2-Reduktion leisten könne und dass zudem aber jeder einzelne Mitarbeiter auf das Energiesparen sensibilisiert werden müsse.

Begrüssung

  • Markus Weber, Präsident SIA FHE

Referenten

  • Dr. Jürgen Baumann, Energieexperte Siemens

  • Harald Störk, Geschäftsführer Leicom AG

  • Dr. Felix Gassmann, CEO Sauter Building Control Schweiz AG

Moderation

  • Dieter von Arx, Hochschule Luzern

Impressum

  • Konzept + Produktion: IEU AG, Liestal, www.ieu.ch

  • Text: Dennis Tomiola, AZ-Verlag, www.azmedien.ch

  • Interviews: Simon Erny

  • Fotos: Simon Aurel Schwarz

  • Kamera/Schnitt: TVision, Adrian Baumann, www.tvision.ch

  • Fotograf: MCH ineltec